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Stethoskop
Dr. med. Wolfgang Kraus - Facharzt für Allgemeinmedizin

Dr. med. Wolfgang Kraus

Facharzt für Allgemeinmedizin

Diabetes

Kurzüberblick

Zuckerkrank - was bedeutet das?

Im Volksmund ist Diabetes als „Zuckerkrankheit“ bekannt. Ist davon die Rede, ist im allgemeinen der Diabetes mellitus gemeint. Dabei handelt es sich um eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei der die Betroffenen unter einem erhöhten Blutzuckerspiegel leiden. Prinzipiell lassen sich zwei Typen unterscheiden, Typ-1-Diabetes und Typ-2-Diabetes. Die Bezeichnung „Diabetes mellitus“ kombiniert griechische und lateinische Begriffe: Das griechische „Diabetes“, das „die Beine spreizend“ bedeutet, spielt auf den verstärkten Harndrang an, den die Krankheit verursacht. Das lateinische „mellitus“ bedeutet „honigsüß“ und bezeichnet den Geschmack des Urins von Zuckerkranken: In alter Zeit konnten Ärzte die Krankheit nur durch Schmecken des Urins eindeutig bestimmen.

Starker Durst, häufiges Wasserlassen und Heißhunger-Attacken können auf eine Diabetes-Erkrankung hindeuten. Weitere Symptome sind Abgeschlagenheit, Anfälligkeit gegenüber Infekten, aber auch ein auffälliger Juckreiz. Der Typ-2-Diabetes entwickelt sich schleichend über einen längeren Zeitraum hinweg. Deshalb können hier die Symptome nicht besonders ausgeprägt sein und im Frühstadium unbemerkt bleiben.

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Typ-1-Diabetes

Typ-1-Diabetes entsteht meist bereits in der Jugend, wenn der Körper durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems die Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) zerstört. Diese Inselzellen sind verantwortlich für die Produktion des Hormons Insulin. Ohne Insulin kann der Körper aufgenommenen Zucker nicht mehr abbauen. Diabetes vom Typ 1 lässt sich mit Insulingaben behandeln. Das Insulin wird dabei durch Spritzen oder durch elektronisch gesteuerte Insulinpumpen in den Körper befördert. Früher wurde die Krankheit wegen des Ausbruchs in jungen Jahren auch als juveniler (= Jugendliche betreffend) Diabetes bezeichnet.

Diese Autoimmunerkrankung kann durch mehrere Faktoren ausgelöst werden. Fast alle Betroffenen besitzen bestimmte Erbanlagen. Allerdings führt diese genetische Veranlagung nicht immer zum Ausbruch der Krankheit. Kinder von Typ-1-Diabetikern erben die Krankheit mit einer Wahrscheinlichkeit zwischen 3% und 25%, auch abhängig davon, ob nur ein Elternteil oder beide Diabetiker sind. Eine weitere wichtige Rolle können Masern-, Mumps- oder Grippeinfektionen spielen: Die Viren können eine Autoimmunreaktion auslösen, die schließlich die insulinproduzierenden Zellen zerstört. Die typischen Krankheitssymptome (siehe Kasten) treten erst auf, nachdem die Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse zum größten Teil abgestorben sind, dann jedoch sehr ausgeprägt.

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Typ-2-Diabetes

Typ-2-Diabetes ist auch als „Erwachsenen-Diabetes“ oder „Altersdiabetes“ bekannt. Ursache für seine Entstehehung ist anders als beim Typ-1-Diabetes nicht der Ausfall der körpereigenen Insulinproduktion. Stattdessen reagieren die Körperzellen nicht mehr stark genug auf das Insulin, eine sogenannte Insulinresistenz entsteht.

Falsche, zu zuckerhaltige Ernährung über einen längeren Zeitraum hinweg kann diese Insulinresistenz hervorrufen: Der Blutzuckerspiegel und damit auch der Insulinspiegel im Blut sind dauernd stark erhöht. Aus diesem Grund sind besonders Übergewichtige vom Risiko einer Erkrankung an Typ-2-Diabetes bedroht. Aufgrund der geänderten Ernährungsgewohnheiten hat diese Erkrankung weltweit, vor allem aber in den westlichen Industrieländern in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. Ein weiterer Grund für die Zunahme der Erkrankung ist die gestiegene Lebenenserwartung sowohl der Menschen allgemein als auch - dank besserer Behandlungsmethoden - der von Typ-2-Diabetes Betroffenen.

Je nach Schwere der Erkrankung lässt sich der Typ-2-Diabetes in mehreren Schritten behandeln. An erster Stelle stehen eine Diät und körperliche Betätigung, um den Blutzuckerspiegel auf Dauer zu senken. Reicht dies nicht aus, erhält der Betroffene Medikamente, um den Blutzuckerspiegel zu senken. Ist die Krankheit schon fortgeschritten, kommt auch hier wie bei Typ-1-Diabetes die Gabe von Insulin zum Zuge.

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Sekundärer Diabetes mellitus

Ein Diabetes mellitus kann sich auch als Folgekrankheit entwickeln, wenn die Bauchspeicheldrüse durch andere Erkrankungen teilweise oder ganz ausfällt und nicht mehr genug oder gar kein Insulin mehr produziert. Eine Ursache dafür kann eine durch Gallensteine oder Alkoholmissbrauch ausgelöste Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) sein. Tumoren in der Bauchspeicheldrüse können auch die Entfernung dieses Organs nötig machen.

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Risiken und Folgeschäden

Die größten Risiken für einen Diabetes-Patienten sind der hypoglykämische Schock und das diabetische Koma. Beide bedeuten höchste Lebensgefahr. Der hypoglykämische Schock droht bei stark abgesenkten Blutzuckerwerten, das diabetische Koma bei zu stark erhöhtem Blutzuckerspiegel.

Daneben existiert eine Reihe von Spätschäden, unter denen Diabetes-Patienten bei zunehmender Krankheitsdauer leiden können. Ihre Ursache ist in erster Linie die durch die Erkrankung ausgelöste Veränderung der kleinen Blutgefäße, die diabetische Mikroangiopathie. Durch die höhere Durchlässigkeit der Gefäßwände kann es zu Blutungen kommen. Zudem bilden sich in den Gefäßen Verdickungen, die die Durchblutung stören. Am stärksten betroffen sind die Netzhaut des Auges und die Nieren. Störungen der Nierenfunktion bis hin zum Nierenversagen (Diabetische Nephropathie) sowie Netzhautveränderungen mit dem Risiko der Erblindung (Diabetische Retinopathie) sind die möglichen Folgen.

Die durch Diabetes verursachten Nierenschäden können nicht nur eine regelmäßige Dialyse notwendig machen, sondern verursachen auch Bluthochdruck. Hinzu kommen Veränderungen an den großen Blutgefäßen in Form einer Arteriosklerose. Deshalb leiden Diabetiker unter einem erhöhten Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. Dies gilt besonders, wenn weitere Risikofaktoren hinzukommen wie Übergewicht oder Rauchen. Erektionsstörungen sind weitere mögliche Folgen der Erkrankung. Diabetes kann auch Nervenschäden verursachen, die das Gefühl in den Extremitäten vermindern und das Temperaturgefühl beeinträchtigen. Eine typische Erscheinung bei Diabetikern ist das „burning feet syndrome“: Die Betroffenen leiden unter brennenden Schmerzen in den Füßen.

Sehr häufig ist der „diabetische Fuß“, bei dem schlecht durchblutetes Gewebe abstirbt und nur schwer heilende offene Wunden und Geschwüre entstehen. Sie können sogar die Amputation des betroffenen Fußes nach sich ziehen. Aufgrund der durch Diabetes verursachten Gefühlsstörungen bemerken Patienten entsprechende Gewebeschäden oft nicht früh genug. Gegenmaßnahmen sind die richtige Fußpflege, geeignete Schuhe und regelmäßige Kontrolle.

Die geschilderten Spätschäden lassen sich durchaus verhindern oder vermindern. Dazu muss der Diabetespatient allerdings auch selbst aktiv werden. Grundvoraussetzungen sind eine gute Diabetikerschulung und eine sorgfältige Einstellung des Blutzuckerspiegels. Dies erfordert lebenslange Disziplin: Viel Sorgfalt beim Befolgen des Ernährungsplans und der Therapieempfehlungen. Die Bedeutung der Mitarbeit des Patienten am Behandlungserfolg, die sogenannte „Compliance“, spiegelt sich auch in Neuerungen im Rahmen der Gesundheitsreform. Die „Disease-Management-Programme“ (DMP) zur Behandlung chronischer Krankheiten setzen neben spezieller Betreuung auf Aufklärung und Mitwirkung der Betroffenen.

Haupttodesursache sind bei Typ-1-Diabetikern die chronischen Nierenschädigungen. Je nach Zeitpunkt, an dem die Krankheit ausbricht, reduziert sich die Lebenserwartung. Erkrankt ein Betroffener bereits im Kindesalter, sinkt die Lebenserwartung durchschnittlich um etwa 15 bis 20 Jahre. Typ-2-Diabetiker sterben vor allem an den Folgen der Gefäßschäden, die ihre Erkrankung verursacht. Hier lässt sich das Risiko durch das Befolgen eines entsprechenden Behandlungsregimes deutlich verringern.

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Diagnose einer Diabetes-Erkrankung

Blutzuckerbestimmung an der Fingerkuppe

Blutzuckerbestimmung aus dem kapillaren Vollblut mit dem Glucosemessgerät

Beim Verdacht auf Diabetes misst der Arzt Blut- und Urinzucker des Patienten. Bei Gesunden liegt der Blutzuckerspiegel „auf nüchternen Magen“ unterhalb von 110 mg/dl. Als „latenter Diabetes“ gilt ein Blutzuckerwert zwischen 110 mg/dl und 126 mg/dl im nüchternen Zustand. Liegt der Blutzucker bei zweimaliger Bestimmung des Nüchternblutzuckers oberhalb von 126 mg/dl, ist ein „manifester Diabetes“ anzunehmen. Ab einem Blutzuckwerwert von etwa 170 mg/dl beginnt der Körper, überschüssigen Zucker über die Nieren auszuscheiden. Er lässt sich dann mit Hilfe von Teststreifen im Urin nachweisen. Ein weiteres Indiz für eine Diabetes-Erkrankung sind sogenannte Ketonkörper im Urin. Dabei handelt es sich um Abbauprodukte eines gestörten Kohlenhydratstoffwechsels der Leber, die den Beginn einer allgemeinen Stoffwechselstörung markieren.

Ist diese erste Untersuchung nicht eindeutig, folgt ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT). Hierbei entnimmt der Arzt dem nüchternen Patienten zunächst Blut. Anschließend muss der Patient eine Zuckerlösung (75 g Zucker auf 300 ml Wasser) über zehn Minuten hinweg langsam trinken. Im Abstand von jeweils einer Stunde - gemessen vom Trinkbeginn an - erfolgen zwei weitere Blutproben. Liegt der Blutzucker bei der Zweistundenmessung unter 140 mg/dl, ist alles in Ordnung. Bei Werten zwischen 140 und 200 mg/dl, besteht bereits eine krankhafte Glukosetoleranz, ein sogenannter „latenter Zucker“. Messwerte oberhalb von 200 mg/dl schließlich gelten als „manifester Zucker“ und Nachweis für einen Diabetes mellitus.

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Möglichkeiten der Behandlung

Diabetikerschulung

Diabetes ist eine chronische Erkrankung, auf die die Betroffenen ihr Leben einstellen müssen. Damit sie mit ihrer Krankheit richtig umgehen, ist eine Schulung erforderlich. Hier lernen Diabetiker, ihren Blutzuckerspiegel selbst zu bestimmen und mit den ihnen verordneten Medikamenten und Insulin umzugehen. Außerdem erfahren sie, wie sich Folgeschäden durch Vorbeugung und richtige Ernährung vermeiden lassen.

Die Kosten für eine Diabetikerschulung übernehmen die Krankenkassen. Entsprechende Kurse werden von verschiedenen Stellen angeboten. Ihr Hausarzt, Schwerpunktpraxen für Diabetes, Diabetes-Ambulanzen in Krankenhäusern und Selbsthilfegruppen helfen Ihnen weiter. Unsere Praxis nimmt am Modellprojekt „Diabetes mellitus Bayern“ teil, einem Disease-Management-Programm im Rahmen der Gesundheitsreform.

Die richtige Ernährung spielt für Diabetiker eine große Rolle. Übergewichtige Patienten, die an Typ-2-Diabetes leiden, können ihren Blutzuckerspiegel durch Abnehmen verbessern und so die Menge der Medikamente und des Insulins senken. Dies bedeutet keine karge Diät mit völligem Verzicht auf Süßes, erfordert allerdings eine gewisse Disziplin. Wichtig ist eine ausgewogene Ernährung. FÜr Diabetiker ist es besser, mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt zu essen statt nur wenige große Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Auf diese Weise bleiben Blutzuckerspiegel und Insulinbedarf im Tagesverlauf gleichmäßiger.

Ideal für Diabetiker ist fettarme Kost mit viel Obst und Gemüse. Weniger gut sind stark zuckerhaltige Lebensmittel, da die Glukose leicht vom Körper aufgenommen wird und den Blutzuckerspiegel rasch in die Höhe treibt. Nahrungsmittel, die die in ihnen enthaltenen Kohlenhydrate nur langsam freisetzen, etwa Vollkornbrot, halten dagegen Schwankungen des Blutzuckerwerts in Grenzen. Noch wichtiger als für Gesunden ist es für Diabetiker, ausreichend zu trinken. Kaffee, Tee oder andere „entwässernde“ Getränke sollten dabei nicht den Löwenanteil der 1,5-2 Liter Flüssigkeit ausmachen, die man jeden Tag zu sich nehmen sollte.

Viel Bewegung hilft Diabetes-Patienten nicht nur, Gewicht zu verlieren. Der Blutzucker sinkt auch, weil die Zellen mehr Energie verbrauchen und besser auf Insulin reagieren.

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Diabetesbehandlung mit Medikamenten

Während sich Typ-1-Diabetes nicht medikamentös behandeln lässt, sieht es beim Typ-2-Diabetes anders aus. Schlagen hier Änderungen der Lebensgewohnheiten und Diät nicht oder nicht ausreichend an, können Antidiabetika helfen, eine Insulintherapie zu vermeiden oder hinauszuzögern.

Diese Medikamente setzen auf verschiedene Wirkmechanismen. Eine Gruppe verzögert die Aufnahme (Resorption) von Kohlenhydraten im Verdauungstrakt. Dies geschieht zum einen durch Wirkstoffe, die im Darm stark aufquellen, ein Völlegefühl erzeugen und so den Patienten weniger essen lassen. Zum anderen gibt es die sogenannten Glukosidasehemmer, die die chemischen Reaktionen bei der Verdauung behindern und so die Aufnahme der Zuckermoleküle bremsen.

Die zweite Gruppe bilden die Sulfonylharnstoffe. Sie steigern die Empfindlichkeit der insulinproduzierenden Zellen auf steigende Blutzuckerwerte. Dadurch kurbeln sie die Insulinausschüttung an. Ihre Wirkung lässt mit der Zeit nach, da sie diese Zellen ständig zu Höchstleistungen animieren und auf Dauer überlasten.

Die Biguanide bilden die dritte Gruppe der Antidiabetika. Sie verbessern die Verwertung der aufgenommenen Glukose in entlegeneren Zellen. Zugleich vermindern sie die körpereigene Produktion von Glukose aus anderen Stoffwechselprodukten. Zu diesen „Klassikern“ haben sich in neuerer Zeit die Glitazone und Glinide als neue Wirkstoffgruppen gesellt. Allerdings gibt es über ihre langfristigen Wirkungen bisher nur wenig Erfahrungen.

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Diabetesbehandlung mit Insulin

Die Insulintherapie, die im allgemeinen mit der Zuckerkrankheit in Verbindung gebracht wird, ist nur beim Typ-1-Diabetes die erste Wahl. Beim Typ-2-Diabetes ist sie erst der letzte Behandlungsschritt. Dabei wird zunächst die Behandlung mit mehreren Medikamenten durch Insulingaben ergänzt. Wirken die Antidiabetika nicht mehr, wird auf eine reine Insulintherapie umgestellt.

Dabei gibt es unterschiedliche Verfahren. Die konventionelle Insulintherapie setzt „Normalinsulin“ und „Verzögerungsinsulin“ in einem festen Mischungsverhältnis ein, das ein- bis zweimal täglich gespritzt wird. Normalinsulin wirkt schnell, aber kurzfristig, während Verzögerungsinsulin nach der Injektion nur langsam vom Körper aufgenommen wird und so länger wirkt. Die konventionelle Insulintherapie ist sehr einfach umzusetzen, zwingt einem Patienten aber einen festen Plan für Zeitpunkt und Größe seiner Mahlzeiten auf. Trotzdem erreicht sie oft nur eine schlechte Einstellung des Blutzuckerspiegels.

Die intensivierte Insulintherapie oder Basis-Bolus-Therapie ist eine Weiterentwicklung der konventionellen Therapie. Hier passt der Diabetiker seine Insulingaben ständig seinem tatsächlichen Blutzuckerwert an. Dies kommt der Reaktion einer gesunden Bauchspeicheldrüse näher. Die „Basis“ ist dabei ein einmal oder zweimal täglich verabreichtes Verzögerungsinsulin. Der „Bolus“, „schnelles“ Normalinsulin, gleicht den erhöhten Insulinbedarf zu den Mahlzeiten aus. Hier kann der Patient Zeitpunkt und Menge seines Essens deutlich freier bestimmen. Dafür mus er zu jeder Mahlzeit zuerst seinen Blutzuckerwert bestimmen und anschließend eine entsprechende Bolus-Dosis spritzen.

Neben dem herkömmlichen Spritzbesteck werden zunehmend „Insulin-Pens“ eingesetzt. Diese Injektionsgeräte mit Patronen funktioneren auf Knopfdruck und sind damit einfacher zu bedienen als Spritzen. Zudem sind sie für manchen Anwender weniger angstbesetzt. Eine noch junge Alternative sind elektronisch gesteuerte Insulinpumpen, die entsprechend ihrer Programmierung kontinuierlich Insulin über eine Kanüle abgeben.

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Risiko Schwangerschaftsdiabetes

„Schwangerschaftsdiabetes“ bedeutet, dass eine Zuckerkrankheit während einer Schwangerschaft ausbricht. Dies bedeutet ein hohes Risiko für die Mutter, später an Typ-2-Diabetes zu erkranken und kann schwere Schäden beim Kind auslösen. Rechtzeitig erkannt, kann eine Regulierung des Blutzuckers durch Diät oder Insulingaben die Gefahr einer Fehlgeburt und Folgeschäden beim Kind verhindern. Allerdings zeigen betroffene Mütter (in den Industrienationen etwa 5% aller Schwangeren) meist keine auffälligen Symptome. Deshalb sind während der Schwangerschaft regelmäßige Blutzuckerkontrollen erforderlich. Zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche sollte unbedingt ein Glucosetoleranztest durchgeführt werden.

Risikofaktoren für Schwangerschaftsdiabetes

Bei werdenden Müttern mit folgenden Risikofaktoren besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, an Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken:

  • Übergewicht
  • älter als 30 Jahre
  • bei früheren Schwangerschaften Frühgeburten oder Kindstod kurz nach der Geburt
  • bei früheren Schwangerschaften Geburtsgewicht des Kindes über 4.000 g

Liegen entsprechende Faktoren vor, sollte der Glucosebelastungstest bereits während des ersten Drittels der Schwangerschaft durchgeführt werden. 90% der betroffenen Mütter entwickeln später einen Typ-2-Diabetes. Bei 4% bleibt der Zuckerstoffwechsel bereits direkt nach der Geburt gestört.

Kinder von Müttern mit nicht erkannter und behandelter Schwangerschaftsdiabetes leiden unter erhöhter Sterblichkeit. Nach der Geburt sind ein erhöhtes Geburtsgewicht (Makrosomie, oberhalb von 4,5 kg), unreife innere Organe, ein zu hoher Bilirunbinwert, zu niedriger Blutzucker- und Kalziumspiegel und ein vergrößertes Herz charakteristisch. Äußere Merkmale beim Säugling sind ein „Vollmondgesicht“, ein dichter Haarsschopf, ein Fettpolster im Nacken sowie tomatenrote Haut. Der Unterzucker nach der Geburt kann leichte Schäden im Zentralnervensystem des Kindes verursachen. Dies führt unter Umständen später zu Verhaltensauffälligkeiten und psychomotorischen Störungen. Rund ein Drittel der Kinder erkrankt später selbst an Diabetes. Zudem neigen betroffene Kinder zu Übergewicht.

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Weiterführende Informationen

Diabetes allgemein

»Diabetes-Risikotest des Deutschen Diabetes-Forschungsinstituts Düsseldorf
Der Diabetes-Risikotest ermöglicht eine erste Bewertung der persönlichen Risikosituation hinsichtlich eines Typ-2-Diabetes.

»Evidenzbasierte Leitlinien zur Diabetes-Behandlung (Deutsche Diabetes-Gesellschaft)
Leitlinien zur Prophylaxe, Diagnostik, Therapie und Langzeitbehandlung des Diabetes mellitus sowie seiner Begleit- und Folgeerkrankungen, basierend auf Erfahrungen aus der Praxis

»DiabSite - Portal von Diabetikern für Diabetiker
Die DiabSite vernetzt Betroffene und Angehörige, Ärzte und Forscher. Die weitgehend barrierefreie Kommunikationsplattform bietet mit dem „Wegweiser Diabetes“, Foren und Schwerpunktartikeln zu Diabetes im Alltag, Früherkennung, Vorbeugung und Verringerung von Spätschäden eine Fülle von Informationen - HON-zertifiziert

»Deutsche Diabetes-Gesellschaft

»Deutsche Diabetes-Stiftung e.V.

»Deutscher Diabetikerbund e.V. (DDB)

»Deutsche Diabetes-Union (DDU)

»Europäische Gesellschaft für Diabetes

»Deutsches Diabetes-Forschungsinstitut Düsseldorf

»Diabetes-Infoserver

»Diabetesweb
Plattform für Praxen, Kliniken und Patienten, unterstützt von Merck Pharma

»Diabetes-World
Größtes deutsches Diabetes-Portal, richtet sich an Patienten und Fachkreise - von mehreren Pharma-Unternehmen unterstützt

»Sugarpoint
Blutzucker-Tagebuch im Netz für Diabetiker

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Disease-Management-Programme

»Bundesverband niedergelassener Diabetologen - DMP Diabetes mellitus Bayern
Ein Überblick über das Disease-Management-Programm in Bayern sowie umfangreiches Informationsmaterial zu DMP in ganz Deutschland und deren Grundlagen - leider überwiegend nur als PDF vorliegend

»AOK Bayern: Informationen zum Disease Management (DMP)

»Beschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses gemäß § 91 Absatz 4 SGB V zu Empfehlungen von Anforderungen an die Ausgestaltung von strukturierten Behandlungsprogrammen (DMP)

»DMP-Portal des AOK-Bundesverbandes

»Curaplan, Versorgung für chronisch Kranke (AOK-Bundesverband)

»Sachverständigenrat für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen

»Bundesministerium für Gesundheit

»Zentrale Plattform der Gesetzlichen Krankenkassen

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© Dr. med. W. Kraus 2004-2009 - Letzte Änderung: 30.06.2009 - XHTML + CSS validiert

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